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Erstmalig hat ein neu entwickeltes Linsenmaterial eine so hohe Biokompatibilität, dass die Augenhornhaut darauf nur unwesentlich mit Belastungsschwellungen reagiert. Normalerweise reagiert die Hornhaut des Auges bei
geschlossenen Augenlidern mit einer physiologischen Schwellung von 4%. Nach dem Erwachen kann die Augenhornhaut wieder richtig Sauerstoff tanken und die Schwellung verschwindet innerhalb von 2 Stunden vollständig.
Mit den Linsen der neuen Generation wurde etwa dieselbe Schwellung gemessen und zwar 4,1%. Erstmalig liegt der Wert des Schwellfaktors innerhalb des physiologischen Bereiches. Unter Weichlinsen herkömmlicher Art
werden dagegen Schwellungen zwischen 7% und 15% festgestellt. Mehr als 25 Jahre Forschung Mehr als 25 Jahre Forschung waren erforderlich um diese völlig neue Contactlinsenart zu entwickeln. Dabei war man Ende
der 70er Jahre mit dem damals verfügbaren reinen Silikonmaterial, dem Ziel der idealen Contactlinse greifbar nahe. Doch die hohe Elastizität des Materials und Anfälligkeit für Eiweiße verhinderten seinerzeit die
Verbreitung in großem Umfang. Der Durchbruch gelang durch die Verbindung des von Hause aus hydrophoben (wasserabstoßend) Silikons mit dem hydrophilen (wasserfreundlich) Linsenmaterial N-Vinylpyrrolidon.
Höchste Anforderungen an das Material Nach Angaben der Forschungsgruppe um Prof. Holden in Sydney, Australien braucht eine Contactlinse welche über einen Zeitraum von 30 Tagen ununterbrochen getragen werden soll
aber nicht nur eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit, sondern eine wirkliche Biokompatibilität. Erst wenn wir über ein solches Material verfügen, wird nach den Worten von Holden die Contactlinse zur Brille
konkurrenzfähig und damit für 2,5 Milliarden Menschen auf der Welt eine echte Alternative. Die Biokompatibilität einer Contactlinse wird als Fähigkeit definiert, weder eine toxische (giftige), allergische,
immunologische noch mechanische Belastung des lebenden Gewebes hervorzurufen. Um diese Anforderungen zu erfüllen verlangen Wissenschaftler folgende Materialeigenschaften:
- hohe Sauerstoffdurchlässigkeit von mindestens 80%
- hydrophile, wasserfreundliche Linsenoberfläche
- Flüssigkeitstransport und hohe Bindung von Wasser an das Material, um ein Austrocknen der Linse zu verhindern
- Widerstandsfähigkeit gegenüber Ablagerungen vor allem Eiweiße aus den Tränen (Lysozym)
- ausreichende Materialelastizität (Weichheit)
- der Augen- und Lidform angepaßte Linsengeometrie
- hohe optische Stabilität und Klarheit
Besitzt die Contactlinse eine Sauerstoffdurchlässigkeit von mindestens 80%, so treten keine zusätzlichen Belastungen der Augenhornhaut auf. Untersuchungen (Hill, USA) zeigen, dass eine Steigerung der
Sauerstoffdurchlässigkeit über 80% hinaus keine weitere Verbesserung bringt.
Der Flüssigkeitstransport durch die Linse ist aus folgenden Gründen wichtig:
- es müssen in den Tränen enthaltene Substanzen auf die Rückseite der Linse gelangen können und umgekehrt.
- es soll ein Festsaugen der Linse auf dem Auge unterbunden werden.
Tag- und Nachttragen
- bis zu 30 Tagen
- Die neue Generation von Contactlinsen besteht aus einem Silikon-Hydrogel-Polymer wobei das Silikon für den Sauerstofftransport und das Hydrogel für den Wassertransport verantwortlich ist. Damit das
wasserabstoßende Silikon eine wasserfreundliche hydrophile Oberfläche erhält, wird jede Linse einer Plasmabehandlung unterzogen. Hierbei werden die wasserfreundlichen Komponenten auf der Vorderfläche der Linse
fixiert und somit daran gehindert sich nach innen zu kehren.
Die neuen Silikon-Hydrogel-Linsen werden generell als Monatslinsen benutzt und dürfen nicht länger als 30 Tage verwendet werden. Zur Pflege können Pflegemittel für Weichlinsen verwendet werden. Sie eignen sich zur
Korrektur von Kurz- und Weitsichtigkeit und geringer Hornhautverkrümmung jedoch nicht bei höherem Astigmatismus. Wer die Linsen Tag und Nacht tragen möchte, erhält zusätzliche Kontrolluntersuchungen mit denen
mittels Pachometrie gezielt die Stoffwechselbelastung der Augenhornhaut kontrolliert wird. VISUS passt übrigens schon seit den 70er Jahren Silikonlinsen der ersten und zweiten Generation in ausgewählten Fällen an.
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