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Vergleichbar ist das Verfahren mit dem Tragen einer Zahnspange mit deren Hilfe Fehlstellungen der Zähne dauerhaft beseitigt werden. Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied. Während die Zahnspange dauerhaft
korrigiert, kehrt die Augenhornhaut infolge ihrer Flexibilität immer wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Die neuen Nachtlinsen müssen deshalb regelmäßig über Nacht getragen werden. Zunächst scheint dies ein
Nachteil zu sein, doch in Wirklichkeit liegt hierin ein großer Vorteil gegenüber der Laserbehandlung. Denn das Ergebnis kann von jedem selbst einfach durch Weglassen der Linsen rückgängig gemacht werden. Ein
weiterer Vorteil ist die Möglichkeit durch Verändern der Linsengeometrie das Ausmaß der Korrektur anzugleichen. Dies ist z.B. dann erforderlich, wenn die Kurzsichtigkeit zugenommen hat und ein höherer Dioptrienwert
korrigiert werden muß.
Gewinn nach Punkten Zwar wird mit den Nachtlinsen die Korrektur des Sehfehlers herbeigeführt, doch zum Sehen werden die Linsen nicht benötigt. Dies führt zu besonderen Vorteilen
bei
- der PC-Arbeit
- ungünstigen Wettereinflüssen
- trockener Luft
- Sport, insbesondere Wassersport
Immer dann, wenn Contactlinsen bisher gestört haben, gibt es keine störenden Einflüsse mehr. In den USA setzen einige Spezialisten die Nachtlinsen bei kurzsichtigen Kindern ein, um die Zunahme der Kurzsichtigkeit
zu bremsen. Gegenüber einer Laserbehandlung bestehen zusätzliche Vorteile:
- Keine Schmerzen
- Geringere Kosten
- Kein Gewebeverlust an der Hornhaut
- Nachträgliche Änderungen sind ohne Risiko möglich
- Das Ergebnis kann jederzeit rückgängig gemacht werden
Korrektur um Haaresbreite Die Vorderfläche des Auges ist hauptverantwortlich für unseren Sehfehler. Eine geringe Veränderung der Hornhautform bewirkt drastische Veränderungen
des Sehfehlers. Entgegen früherer Ansichten neigen Wissenschaftler heute zu der Meinung, dass es mehrere Einflüsse gibt, welche für das Verschwinden des Sehfehlers verantwortlich sind. Das Korrektionsprinzip mittels
stabiler Contactlinsen zielt darauf ab, die Krümmung des Auges im Bereich der Pupille abzuschwächen. Dadurch verringert sich der bei Kurzsichtigkeit bestehende zu hohe Dioptrienwert des Auges. Zusätzlich wird die
Gesamtlänge des Auges etwas kürzer, was ebenfalls die Kurzsichtigkeit verringert. Kleine Ursache große Wirkung kann man da nur anerkennend sagen, denn die tatsächlich messbaren Veränderungen betragen lediglich 10
bis 40 Tausendstel Millimeter. Zum Vergleich: ein Haar hat einen Durchmesser von 50 bis 100 Tausendstel Millimetern.
Memory-Effekt Man nimmt an, dass die Fibrillen der Augenhornhaut diese überspannen wie eine Brücke und eine hohe Flexibilität haben. Im Gegensatz zu einem plastischen Verhalten,
bei dem eine Verformung endgültig ist wie z.B. Knete oder Ton, kehren Materialien mit hoher Flexibilität nach Deformation wieder in die ursprüngliche Form zurück. Aus diesem Grund kann durch Weglassen der
Nachtlinsen der frühere Zustand und damit auch der frühere Sehfehler wieder hergestellt werden. Ein klarer Vorteil gegenüber der Laserbehandlung!
Nicht für jeden geeignet Anwendbar ist das Prinzip der Orthokeratologie (Ortho-K) nur bei geringer bis mittlerer Kurzsichtigkeit und geringem Astigmatismus
(Hornhautverkrümmung). Abzuraten bzw. nicht anwendbar ist es bei Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit von mehr als 6 Dioptrien, bei ständig entzündeten Augen und krankhaften Veränderungen der Augen wie z.B. Keratokonus.
Welche Risiken gibt es ?
- Reizung durch mechanische Belastung
- Reizung durch falsche Handhabung/Pflege
- Dezentrierte Korrektionsposition
- Noch wenig Langzeiterfahrung
Erste Versuche schon vor 40 Jahren Bereits in den 60er Jahren untersuchte der Amerikaner Jessen, ob es möglich ist mittels stabiler Contactlinsen die Kurzsichtigkeit zu
reduzieren. Etwas später gelang es Polse mittels spezieller Anpasstechnik die Kurzsichtigkeit um 0,5 bis 1,0 Dioptrien zu verringern. Da aber seinerzeit moderne sauerstoffdurchlässige Materialien und
computergesteuerte Anpassverfahren nicht zur Verfügung standen, konnten die Studien nicht weiter geführt werden. Dies gelang erst in den späten 90er Jahren durch die Verwendung von sogenannten Reverse-Geometrien,
bei denen der Abflachungseffekt bereits in die Linse eingeschliffen war und durch das Tragen der Linsen über Nacht. Dies wiederum verlangte ein Material mit mehr als 50% Sauerstoffdurchlässigkeit. Die heutigen
Materialien haben sogar eine Durchlässigkeit von 80%. Einen anekdotischen Stellenwert haben Versuche der Chinesen, die Kurzsichtigkeit durch Auflegen von kleinen Sandsäckchen zu reduzieren. Wie erfolgreich dieses
Verfahren war, ist nicht bekannt.
Was bringt die Zukunft? In den USA wird ein Enzym entwickelt, welches den Reduktionseffekt der Nachtlinse permanent machen soll. Dieses Enzym wirkt wie ein Klebstoffhärter.
Nachdem für einige Zeit Nachtlinsen getragen worden sind und ein stabiles Ergebnis erreicht ist, wird das Enzym auf die Hornhaut aufgebracht und die Augenhornhaut in der neuen Form ausgehärtet. Noch ist diese Vision
Zukunftsmusik und wohl erst in den nächsten 10 Jahren zu verwirklichen.
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